Jubiläen 2026

Schonhof-Goerlitz
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Auch dieses Jahr will ich wieder zusammen tragen, welche Ereignisse und Geburtstagskinder wir in der Stadt haben. Es wird erneut ein Schweifzug durch die Görlitzer Geschichte.

Vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren hat der ADLER seine Jungfernfahrt.

Am Kindertag 1976 ist feierliche Eröffnung unsere Pioniereisenbahn Görlitz. Es gibt sie noch heute als Görlitzer Oldtimer Parkeisenbahn e.V. Der ADLER ist eine Nachbildung der ersten Deutschen Eisenbahn, die am 07.12.1835 ihre Jungfernfahrt von Nürnberg nach Fürth bestritt. Den ADLER baute damals der Waggonbau Görlitz und 80 Betriebe, Einrichtungen und Institutionen der Stadt und des Umlandes halfen mit Geld und Sachspenden. Nach einer kurzen Bauzeit von 1,5 Jahren konnte am 01. Juni 1976 die Görlitzer Oldtimer Pioniereisenbahn an die Kinder der Stadt übergeben werden. Das wird dieses Jahr ganz groß gefeiert am Festwochenende 06./07.06.2026! Herzlichen Glückwunsch lieber ADLER und an deine Crew, die Parkeisenbahner von Görlitz.

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Die Görlitz-Information wird im Herbst 1976 eröffnet.
Damals noch im frisch sanierten Napoleonhaus am Obermarkt. „Die neue Einrichtung des Rates der Stadt Görlitz wird künftig Einwohnern und Touristen u. a. einen Kartenservice bieten“, heißt es in einer damaligen Pressemitteilung vom 5.11.1976. Ob Wanderkarten und Stadtkarten gemeint waren oder ein Ticketservice für Veranstaltungen? Inzwischen findet man die Görlitz-Information zwei Häusel weiter Fleischerstraße Ecke Obermarkt. Und das Angebot übersteigt inzwischen den „Kartenservice“. Jetzt bucht man hier Stadtführungen, erhält Auskunft zu Hotels und Pensionen, erfährt von Veranstaltungen und kann viele schöne Görlitz-Artikel kaufen. Eines ist geblieben: Seit 50 Jahren erzählen hier Görlitzer den Gästen ihrer Stadt und Einheimischen mehr über Görlitz. Herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Jubiläeum und so viel Dienst für Görlitz. 🎈🎁

Vor 55 Jahren

Der Hopfenexpress wird 55.
Im Jahr 1971 baute die Düsseldorfer Waggonbau Aktiengesellschaft, kurz „DUEWAG“, mehrere Straßenbahnwagen des Typs GT6 für die Mannheimer Straßenbahn. Für Nummer 460 endete 1994 die Dienstzeit in Mannheim und die zweite Karriere in Görlitz begann. Ab März 1995 war sie im Liniendienst in gelb-weißen Farben. Im Juni 1995 folgten noch zwei Wagen. Allerdings wurden sie schon 1998 durch Tatras ersetzt. Im Jahr 2000 dann wurde aus dem Linienfahrzeug die Partybahn „Hopfen-Express“. Innen mit Tischen und Zapfhahn. Außen mit Graffitis in Landskron Blau mit Görlitz Motiven. Mit insgesamt knapp 1,5 Millionen Kilometern auf dem Tacho umrundete die Partybahn bis 2021 ungefähr 38 Mal den Äquator. Inzwischen sieht man die alte Dame nur noch selten im Einsatz. Na, vielleicht kommt sie zum Geburtstag mal raus… 🎈🎁

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Vor 65 Jahren

Unser Meridianstein hat Geburtstag. Am 6. Mai 1961 wurde er aufgestellt, anlässlich des 1. bemannten Weltraumfluges von Juri Gagarin am 12. April 1961. Das ist nun 65 Jahre her. Ein bisschen ist er in die Jahre gekommen. Er kennt noch „Jugoslawien“. Und kräftig nachgedunkelt ist der Lausitzer Granit ebenfalls. Die letzten Reinigungen waren 2007 und 2011.

Stehen soll er eigentlich auf dem 15 Längengrad, der durch Görlitz verläuft. Aber der hat sich inzwischen leicht verschoben Richtung Neiße. Dazu gibt es bereits einen Erfahrungsbericht: ➡ https://www.goerlitz-insider.de/goerlitzer-meridianstein-steht-inzwischen-falsch/

Und das wir hier auf 51° Nord und 15° Ost wären, ist auch eher eine urbane Legende, die Stadtführer früher gern erzählten. Da landet man irgendwo im Tschechischen. Seis drum, er ist ein Wahrzeichen von Görlitz und feiert dieses Jahr ein schönes Jubiläum.

Inzwischen gibt es eine Bürgerin, die gern mehr aus dem Meridian machen würde. In Kombination aus der Litfaßsäule ganz in der Nähe und vielen Inspirationen von Reisen, hat sie gute Ideen. Ich denke, da hören wir noch was…

Vor 110 Jahren

7.000 Griechen werden in Görlitz stationiert.
1916 wars, da bat die 4. Griechische Armee Generalfeldmarschall Hindenburg um Asyl. Sie waren zwischen die Fronten geraten. Deutschland sandte seine Zustimmung und im Herbst 1916 kamen sie mit Zügen in Görlitz an. Sie blieben bis 1923 und sind im heutigen Zgorzelec stationiert. (Eine Stele erinnert noch daran). Ca. 200 Griechen gründen hier Familien mit deutschen Frauen, denn die deutschen Männer sind im ersten Weltkrieg. 133 werden in der Zeit in Görlitz bestattet. Die Gräber findet man noch an einem zentralen Ort. Bis heute gibt es das „Fest des Griechischen Liedes“ jedes Jahr in Zgorzelec.
Foto: Ankunft der Griechen und Begrüßung durch die Görlitzer auf der Berliner Straße.

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Vor 190 Jahren

Wir haben in diesem Jahr ein besonderes Geburtstagskind. Am 10. März 1836 ging es los am Obermarkt mit der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei Goltz. Damit feiert das älteste Unternehmen der Stadt dieses Jahr seinen 190. Geburtstag. 🥳 In der Hanf- und Drahtseilerei steckt sogar noch etwas viel älteres: Die 1738 eröffnete Nagelschmiede „Rösler“ vom Obermarkt, die 2018 integriert wurde. Teile des Unternehmens haben also sogar schon den 288. Geburtstag! 🤩 Viele verorten das Unternehmen noch am Demi, dabei erfolgte 1996 der Umzug ins Gewerbegebiet beim Flugplatz auf 10.000 Quadratmeter, wo im Zweischichtsystem gearbeitet wird. Hergestellt werden nicht nur Seile, sondern auch Ketten, Hebezeug, Ladungssicherung, Schutzausrüstung u.v.m. Und: Senior Helmut Goltz hat den Staffelstab an seine Tochter übergeben. Claudia Peschel-GoltzGoltz führt das Unternehmen nun in 8. Generation. Weiterhin viel Erfolg!

(Screenshot der Homepage)

Vor 270 Jahren

Unser Neptunbrunnen hat 270. Geburtstag. Der Brunnen war seiner Zeit nicht unumstritten, als ihn Bildhauer Johann Georg Mattausch in Wenig-Rackwitz bei Löwenberg (Lwówek Śląski, hinter Lauban) erschuf. Man bewertete ihn als „skandalös“. Wegen seine Nacktheit? Wegen seines fortgeschittenden Alters? Bei Einheimischen und Gästen der Stadt war er zu aller Zeit beliebt. Und so trägt er auch im Volksmund den Beinamen „Gabel-Jürgen“.
Neptun war ursprünglich der Gott der fließenden Gewässer, der springenden Quellen oder sogar des Wetters. Das passt ja zu einem Brunnen. Erst später wurde er in der Mythologie auch zum Gott des Meeres. Neptunbrunnen gibt es übrigens wie Sand am Meer. Der Älteste in Deutschland ist in Augsburg (1537). In Deutschland belegt unser Neptunbrunnen von 1756 (vermutlich) Platz 12.

Vor 320 Jahren

Erstes Barock Gebäude von Görlitz wird 320 Jahre.
Unser „Hotel Börse“ wurde 1706 erbaut. Damals war es das „Neue Kaufhaus“. Nicht vergessen: Görlitz steckte ja immer noch in der Enge der Stadtmauer. Alles musste in diesem Rahmen passieren. Erst 1714 kam das schöne Eingangsportal dazu. Die schönen Figuren auf dem Eingangsportal sind übrigens die „Gerechtigkeit“ mit Waage und Schwert, sowie die Figur der „Wahrheit“ mit Spiegel.

Fräulein „Gerechtigkeit“ hat Waage und Schwert, wie Schwester Justitia. Und sie ist ebenfalls ohne Augenbinde. Kollegin „Wahrheit“ fordert auf, in den Spiegel zu sehen und vor sich selbst gerade zu stehen. Die Damen wurden 1714 angebracht. Für ihre 312 Lenze sehen sie doch recht adett aus.

Ab 1784 beherbergte das Gebäude die „Milichsche Bibliothek“. Das war ein Bestand aus 7.000 Buchbänden, 200 museale Manuskripten und 500 Münzen sowie weitere Gegenstände. Seit 1932 befindet sich der Buchschatz in der OLB, allerdings deutlich reduziert. In der „Börse“ ging es weiter 1822 bis 1865 als Gericht. Das finden wir heute am Postplatz. Und auch die Polizei hatte hier mal ihren Sitz, die wir heute auf der Gobbinstraße und Conrad-Schiedt-Straße finden. Und auch Verwaltungssitz der Stadtverwaltung war es einmal. Erst seit 2004 ist es ein Hotel. Also erst eine kurze Zeit in seiner 320 jährigen Geschichte. Herzlichen Glückwunsch!

Vor 500 Jahren

Da wurde unser Schönhof erbaut. 1526 wars, nachdem ein Stadtbrand erfolgt war, siehe hier. Es war dann Wendel Roskopf der Ältere, der auf den Resten des Vorgängerbaues das neue Gebäude errichtete. Seit dem 14. Jahrhundert war es ein „fürstliches Gästehaus“. Heute ist der Schönhof Sitz des Schlesischen Museums. Görlitz wird anlässlich der 500 Jahre ein Festjahr begehen.

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Vor 955 Jahren

Die Stadt Görlitz wird erstmals urkundlich erwähnt, 1071, als „villa gorelic“ in einer Urkunde Heinrichs IV. Das heißt übersetzt „Brand- oder Rodungsstelle“. Tatsächlich fand man auf dem Burgberg, der Berg wo heute die Peterskirche drauf steht, abgebrannte Ruinen eine Befestigungsanlage. Die echten Ursprünge gehen noch viel weiter zurück. Funde von Tonscherben im Bereich der heutigen Nikolai-Vorstadt werden bis auf 1.500 vor Christi datiert, also 3.526 Jahre alt. Aber Gorelic, was später zu „Görlitz“ wurde, sagen wir also seit 1071. Wie 1996 noch dieses Jubiläum gefeiert wurde, habe ich hier zusammengetragen. Für 2026 habe ich noch keine Pläne eines Festes wahrgenommen.
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Foto: „Alt Görlitz einst und jetzt“, 1927 von Ludwig Feierabend. Gibts in der Bibo.

Diese Beitrag wird lose übers Jahr fortgesetzt…


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