Es wird nicht zu viel versprochen, wenn es heißt: „Eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert auf den Oybin, mit Orgelspiel, Dichtung, Malerei, Kammerchor-Konzert in der von Fackeln erhellten Klosterkirch-Ruine und Weingenuss. Ab Bergkirche.“ Hier einige Eindrücke:
Kleine Führung durch die Geschichte
In der Bergkirche von Oybin beginnt alles, bei Orgelspiel und historischer Einführung in die Geschichte der Kirche, des Berges und der Mönche.

Und dann setzt sich der Tross aus gut 80 Gästen mit seinen Reiseführern in Bewegung auf den Berg. Zunächst via Gedichte, die zum Berg Oybin verfasst wurden. An den beschriebenen Stellen werden sie vorgetragen und mit geschichtlichen Fakten ausstaffiert.

Und so kommt man durch die Ritterschlucht (und erfährt warum die so heißt).

Es geht weiter zu den Burgtoren und über die Wolfsschlucht.

Vorbei am Bade und der Zysterne, wo das Mägdelein in ihrer Not vor dem geilen Möchlein den Jungfernsprung hinlegte.

Und so gelangt man auf den Berg, wo die Gedichte nun abgelöst werden von Malerei.
Nachdem die Burg 14 Tage lang niedergebrannt war und 200 Jahre in Vergessenheit geriet, waren es die Maler der Romantik, die sich hier hin „verliefen“, begeistert waren und die Ansichten in alle Welt verbreiteten. Ein Casper David Friedrich, der die Burg zeigt, hängt heute in New York, ein anderer in St. Petersburg. Und so waren es die Maler der Romantik, die die Burgruine Oybin zurück ins Bewusstsein brachten und diesen Sehnsuchtsort bekannt machten.

Durch diesen Teil des Abends führt einer der bedeutendsten Zeitgenössischen Maler von Zittau, der selbst unglaubliche schöne Bilder von der Burgruine gemalt hat. Karl Wolfgang Weber. Ausstellungen von ihm lohnen sich immer! Natürlich gewandet, wie alle an diesem Abend.

Und damit geht es zu den viel gemalten und berühmten Ansichten auf der Burganlage. Hier die Fenster der einstigen Bibliothek.

Da der Mönchsgang. (Ihr kommt natürlich alle mit viel schöneren Fotos nach Hause!)

Hinüber zum Bergfriedhof, wo schon ein erster Konzertteil wartet.
Zeit sich umzusehen und zu staunen:

Erstaunlich, dass es dann doch nie wieder aufgebaut wurde…

Passend dazu versinkt die Sonne, um den romantischen Abend nahezu perfekt zu machen. Die Zeit der Romantik war vor allem eines: Gefühl! Und damit die komplette Gegenbewegung zur Verkopftheit der beginnenden Industrialisierung, die uns bis heute gefangen hält. Es war auch die Zeit der Zuwendung zur Natur, weswegen sich das mit Gedichten und Malerei so gut kombiniert. Und letztlich war es die Zeit des ausgehenden Mittelalters mit seinem ganz eigenen Zauber.

Der Bergfriedhof in Oybin ist der EINZIGE Bergfriedhof in ganz EUROPA, auf dem noch aktiv bestattet wird. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Der Abend nähert sich dann seinem kulturellen Höhepunkt mit einem Konzert romantischer Lieder in der Klosterruine.

Alles ist illuminiert und Fakeln & Musik bringen zurück in eine andere Zeit. (1750 – 1850)

Als wenn man das alles eigentlich nicht mehr toppen könnte, geht es in die Unterkirche für Wein-für-alle, bzw Traubensaft oder Wasser.

Es hatte in dem überfüllten Tonnengewölbe mit Glaserklirren und Stimmgewirr etwas von Studentenparty.

80x ausgetrunken! Und so verließen im Dunkeln die Ersten den Berg.

Wir hingegen nutzten die seltene Möglichkeit, noch schnell ein paar illuminierte Fotos der Anlage zu schießen. Üblicherweise stehen hier keine Scheinwerfer, Fakeln und Kerzen und um 18 Uhr beginnt der Kehraus auf dem Berg.
Klosterruine mit Unterkirche.

Mönchsgang nochmal.

Ruinenfenster in der blauen Stunde.

Und dann traten auch wir den Heimweg an, hinab durchs Burgtor. (Handylampe von Vorteil)

Und damit ein letztes *winkewinke mit dem „Handschuh“, einem der steinernden Wahrzeichen von Oybin.

Nächste Termine:
Ich würde das nicht erzählen, wenn man es nicht selbst erleben könnte. Die nächsten Termine dieses Jahr sind am: 11.09. | 25.09. 19.00 Uhr ab Bergkirche.
Ich würde es vielleicht auch nicht erzählen, wenn nicht heute die „Klosternacht“ von 11 – 23:50 Uhr stattfinden würde mit einladenem Programm:

Und insgesamt erzähle ich es, weil die Akteuere hinter diesen Veranstaltungen jedes Jahr seit vielen Jahrzehnten mit unterschiedlichen Veranstaltungen die Burg bespielen, Gewandet auftreten, Führungen anbieten, die Öffnungszeiten dehnen und die Anlage herrlich illuminieren. Und vor allem auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln. Am bekanntestens ist der „Mönchszug“ und die „Kaiserweihnacht“. Dicker Tipp also, ins Jahresprogramm zu schauen.
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