Seit April ist der Rundweg ums Volksbad gesperrt. Größere Löcher haben sich aufgetan auf dem Damm, der das Volksbad von der Weinlache trennt. Hier einige Bilder.
Beliebter Rundweg
Der Weg ums Volksbad ist eine ganz beliebte Runde. Hier laufen Gassigänger, Jogger, verliebte Spaziergänger, Einzelpersonen die den Kopf frei bekommen wollen, Familien mit Kind und Kegel. Regelmäßig binden Sportveranstaltungen die Runde mit ein. Und auch Angler sitzen hier – üblicherweise. Seit April stehen Barken, dass es nicht mehr möglich ist.
Hier die Barke, wenn man gegen den Uhrzeigersinn laufen möchte. Der Mitteldamm ist noch offen.

Und hier die Barke, wenn man mit dem Uhrzeigersinn um den großen See laufen möchte.

Aber warum?
Es geht um Löcher. Große Löcher. Viele Löcher. Löcher, die schon seit ein oder zwei Jahren da sind. Sie haben sich unweit der zweiten Barke aufgetan. Also am Nordende des Sees, hin zum Weinberghaus.
Das größte Loch ist dieses hier.

Ich war auf meinem „Loch-Spaziergang“ unterwegs mit Zollstock und kann sagen: Es ist 135 cm lang

70 cm breit:

Und gut 30 cm tief.

Und noch verrückter: Es geht im Untergrund tief hinein in Richtung See. Mit einfach wieder zu schütten ist da wohl nichts getan

Da dieses Loch tatsächlich Mitten auf dem Weg ist und der Untergrund drum herum instabil, macht eine Sperrung schon Sinn. Es ist auch nicht das einzige Loch:
Loch Nr 2:

Loch Nr 3 und 4:

Loch Nr 5:

Es wirkt tatsächlich nicht mehr vertrauenserweckend. Im Dunkeln schon gleich gar nicht. Und durch die Metallstangen zur Kenntzeichnung der Löcher erst Recht nicht.
Behebung des Schadens: Unbekannt
In den Baustellen der Stadt Görlitz steht die Sanierung des Rundweges nicht. Vermutlich gibt es dafür noch gar keinen Plan und auch kein Geld.
In den Pressemitteilungen hab ich es auch nicht gefunden. Die Barken waren einfach eines Tages da.
Wie wichtig diese Strecke für viele Görlitzer ist, ist eventuell gar nicht ganz so klar. Insofern wäre eine baldige Reparatur wirklich schön. Unabhängig davon haben wir ein Problem, wenn das Volksbad in die Weinlache ausläuft oder andersrum: Ein Neißehochwasser das ganze Volksbad überschwemmt. Dann ist auch die schöne Sportanlage in Gefahr. Insofern sagt meine Hausfrauenlogik: Hier ist durchaus Gefahr in Verzug.
Wir wissen aber auch, dass Wege im Neißetal auch gern mal 13 Jahre gesperrt werden, weil einfach kein Geld da ist. So, wie der obere Weg an der Obermühle, der wegen Felsinstabilität am 26.09.2013(!!!) gesperrt wurde – bis heute.
Vielleicht gibt es ja doch Gelder und Kommunikation, vor allem aber eine Reparatur des Schadens, wenn es nun Thema ist.
Der geschichtliche rote Faden
Das Volksbad ist der Ersatzbau für die Badeanstalt in der Weinlache, die 1945 mit der Grenzziehung geschlossen und abgetragen werden musste. (Ausführliche Infos hier).
Das Volksbad entstand auf den alten Sandgruben der Stadt Görlitz, mit deren Sand man die ganze Gründerzeit gebaut hatte. Der sandige Untergrund führte immer wieder zu Verschlammung, der man nicht Herr werden konnte mit den damaligen zur Verfügung stehenden Mittel. (Das sähe heute vielleicht auch anders aus!) Deswegen wurde das Volksbad letztlich als Bademöglichkeit aufgegeben, alles abgebaut und umdeklariert zur Sonnenbade-Landschaft und zu Angelteichen. Alle Anstrengungen der Stadt Görlitz fließen seit dem in den Berzdorfer See. Das spürt auch das Helenenbad.
Und wenn ich schon dabei bin: Beim Neubau des Neißebades musste die Stadt versichern, dass sie kein zweites Hallenbad betreibt, um die Fördergelder zu bekommen. Der Knebelvertrag verhindert, dass das Freisebad von der Stadt Görlitz betrieben werden kann. Hier wäre die Rettung ein privater Betreiber.
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