Über Gottlob Ludwig Demiani

Gemaelde Demiani Rathaus Görlitz
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Nicht jeder Bürgermeister schafft Wegweisendes oder Bleibendes. Einer, der es geschafft hat, war Gottlob Ludwig Demiani, der von 1833–1846 unser Bürgermeister war. Ab 1844 dann sogar Oberbürgermeister, weil Görlitz die 15.000 Einwohner überschritten hatte und nach preußischem Recht als „Großstadt“ galt. Bei Amtsantritt war er 47 Jahre alt. Er war ein weitsichtiger Visionär.

So ließ er die Görlitzer Heide, ein Waldstück von 30.000 Hektar nord-östlich von Görlitz, abholzen und die Bodenschätze nutzen. Das machte Görlitz zu einer der reichsten Kommunen des 19. Jahrhunderts. Und dank des Geldes ließ sich eine günstige Steuerpolitik einführen. Das wiederum machte Görlitz äußerst attraktiv für preußische Beamte als Altersruhesitz. Und so kam nochmals Geld in die Stadt. Außerdem sorgte er für die Ablösung der Pächterrechte. Das kam der Wirtschaft sehr gelegen und ermöglichte den industriellen Aufschwung. Unter anderem begann Lüders mit dem Waggonbau.

Demiani hatte aber auch etwas für Bildung und Gesundheit übrig: Die Fischmarktschule entstand und eine Höhere Bürgerschule wurde eröffnet. Ebenso die Volkshochschule und die Nikolaischule. Das erste städtische Krankenhaus wurde an der Salomonstraße eröffnet.

Außerdem wollte Demiani Görlitz ans Eisenbahnnetz anschließen. Also ließ er die Stadtmauern der Altstadt Richtung Süden öffnen und trieb den Stadtbau (Gründerzeit) Richtung Bahnhof voran. Demiani entwarf dazu eine „Verordnung zur Herstellung von Straßen und Plätzen“, die als die beste ihrer Art in Deutschland bezeichnet wurde.

Einige seiner Vorhaben konnten erst nach seinem Tod fertig gestellt werden: So wurde der Neubau des Theaters eröffnet. Görlitz bekam seine Gasbeleuchtung, der erträumte Bahnhof öffnete, die heutige Innenstadt wurde gebaut.

Diese rasante Stadtentwicklung, die Demiani auf den Weg gebracht hatte, brauchte natürlich auch einen größeren Friedhof. So hatte man noch zu Lebzeiten Demianis begonnen, den zu kleinen Nikoleifriedhof nach Norden hin zu öffnen und den städtischen Friedhof anzulegen. Demiani war zwar 1846 schon auf dem Nikoleifriedhof beigesetzt worden, aber man setzte ihn zur Eröffnung des neuen Friedhofs 1847 noch mal um. Damit war er der Erste auf dem neuen Friedhof.
Gemälde: Hängt im Rathaus Görlitz im historischen Sitzungssaal.
Ein Beitrag vom 15.9.2014


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