(28.5.2026): Montag vor einer Woche, um 17:23 Uhr, stand ich Eis schleckernd auf der Altstadtbrücke und betrachtete mir das sich inzwischen bedrohlich verändernde Haus an der Breslauer Straße in Zgorzelec
Nach dem Gewitter mit 50 L Regen in 20 Minuten
Dienstag 18.8.2026: Noch steht es, aber die Löcher im Dach werden größer und größer.
Der Bürgermeister von Zgorzelec hat dazu jetzt auch ein Video gemacht. Darin erklärt er, dass Stadt Zgorzelec schon 2017 den „Bezirksgebäudeaufsichtsinspektor“ informiert habe und seit dem immer wieder Briefe geschickt hätte. Weiter heißt es: „… dass die Stadt dem Eigentümer des privaten Gebäudes nicht befehlen könne, Arbeiten im Zusammenhang mit dem schlechten technischen Zustand durchzuführen.“ Die Polen sind doch sonst nicht so zimperlich…
Ich verlinke mal das Video.


Nach dem Gewitter mit 40 L Regen
Mittwoch, 15.07.2026: Gestern war es wieder mal Zeit, sich die nahende Katastrophe anzusehen. Je nach Licht und Winkel fällt der Blick immer auf andere Details.
Man kann inzwischen rechts durchgucken, denn alle Dachschindel sind hinten und vorne runter.
Weiterhin biegt sich rechts die ganze Giebelspritze in Richtung Dach und hat auch inzwischen einen großen Riss (Giebelseite). Tendenziell könnte es also in die Dachmitte fallen und die entscheidene Kettenreaktion auslösen. Schon mal gut für die Café Gäste, die inzwischen nicht mehr so nah an der Gefahrensituation sitzen.
Der geschlossene Dachfürst ist seit Juni Geschichte, nun ragt da eine Nase raus. Der Rest ist abgesackt.
Der Bruch überm rechten Dachfenster wird immer kantiger.
Mehr und mehr Dachziegeln kommen ins Rutschen.
Die anderen beiden Dachfenster sind inzwischen versunken.
Das Gestietzel links oben am Dach wird auch immer schlimmer, wo die Dachlatten herausragen.
Die vordere Dachkante fehlt schon seit 14 Tagen.
Der Baum hängt mehr und mehr auf Halbachte.
Heute Morgen war der Zustand unverändert seit dem Starkregen in der Nacht, wie eine junge Mutti auf Spaziergang meldete, die ebenfalls ihre „verwirrende Freude“ an der regelmäßigen Beobachtung des Hauses entdeckt hat.
Die nächste Einsturzmöglichkeit besteht beim „Soundsystem Street Festival“ am 8.8.2026. Die Bässe sind stets „mörderisch“. Das wirft sofort die nächste Frage auf, wie die Stadt Zgorzelec die „Festmeile“ vor dem Haus eigentlich beim „Soundsystem Street Festival“ nutzen will oder später dann beim „Jakuby/Altstadtfest“? Irgendwann müssten sie vielleicht doch mal eine Entscheidung treffen…
Die polnischen Behörden bereitet derzeit die „Einleitung eines Vollstreckungsverfahrens vor“ gegen den Eigentümer, der bereits zum 24. Juli 2025 die Aufforderung zu umfassenden Sicherungsmaßnahmen erhalten hatte. Ein knappes Jahr hat er diese ignoriert. Die Behörde könnte dabei Sicherungsmaßnahmen am Haus in Auftrag geben – auf Kosten des Eigentümers. Die Zgorzelecer entdecken gerade die deutschen „Objektsicherungsmaßnahmen“, die immer so ablaufen (nur sehr viel eher, bevor Gefahr für die Allgemeinheit besteht.) Zum polnischen Artikel.
Kurz: Irgendwas wird dieses Jahr passieren. Entweder reißen Wind und Unwetter das Haus ab, oder das „Soundsystem Street Festival“, oder irgendwer schläft mal aus und kommt ins Handeln.

Nach einem Gewitter mit 15 L Regen
Mittwoch, 01.07.2026: Ich bin mir sicher, es schafft es dieses Jahr einzustürzen. Oder jemand trägt den desolaten Teil ab, bevor ein Unglück passiert. Es geht munter voran: Das Wetter hat weiter Dachziegel runtergeschupst (rechts und links) und auch die ganze Dachkante links fehlt inzwischen.

Starke Bewegungen im Dach
Sonntag, 28.6., und Montag, 29.6., bemerkte eine Anwohnerin der Hotherstraße starke Bewegungen im Dach des einsturzgefährdeten polnischen Hauses. Dicke Staubwolken kamen aus dem Gebäude. Zwei Dachgauben sind versunken. Ein Baum vom Dach abgestürzt. Dazu knallt es immerfort im Gebäude von herabstürzenden Teilen. Sie hielt die Kamera drauf.
Ich war inzwischen Fotos holen. Es ist absurd aus deutscher Sicht.
Die Feuerwehr von Zgorzelec sperrte den Bereich zur Straße ab. Also: Mit Flatterband, an rollenden Mülltonnen, und auch nur die Grundstücksgrenze. Weder den Fußweg noch die Straße.



Neuigkeiten: Es gibt einen Abrissplan
21.06.2026: Halleluja! Es tut sich was am Haus auf der alten Breslauer Straße (Wrocławska). Die Tageszeitung hat recherchiert. Demnach hat die Betreiberin der Dreiradenmühle bereits 2024 an das zuständige (polnische) Bauamt gewendet. Von dort kam eine Absage, sich mit dem Fall zu beschäftigen, da er bereits vorlag. Aktuell überlegt die Dreiradenmühle, alle Tische aus der Nähe wegzuräumen und lieber am sicheren Ende dichter zu stellen. Ich würde nicht länger überlegen, sondern MACHEN!
Es ist der polnische Denkmalschutz, der das Haus immer noch als schützenswert betrachtet. Ein vollständiger Abriss sei deshalb verboten worden. Nur die Teile, die eine Gefahr darstellen und nicht rettbar sind, sollen abgerissen werden. Das wird auf dem Eigentümer auferlegt.
Und Eigentümer ist Herr Papanaum. Das ist der Herr, der auch den Postplatz gegenüber der Altstadtbrücke in Zgorzelec im Mai 2009 bauen ließ oder die „orangene Blechbüchse“ an der Stadtbrücke März 2013. Beides große Objekte, die nie eröffnet wurden. Es wird vermutet, dass er auch ohne Genehmigung vollständig abreißen wird.
Lieber heut, als morgen! Bevor nämlich Kaffeegäste, Angler oder Passanten auf der Vorderseite des Hauses erschlagen werden. Seit dem Einstürz des Hauses auf der Moltkestraße sollte doch Gesamt-Görlitz~Zgorzelec viel gelernt haben…
Aktuelles Foto von Mittwoch, diese Woche.

Die Situation

Ein Bekannter von der Hotherstraße kam und erzählte, dass dort die Nachbarn schon Wetten abgeschlossen haben, ob es einstürzt und wann. Lustig ist das alles nicht. Genau daneben sitzen Gäste der Dreiradenmühle auf der Terrasse bei Essen und Getränken. Der Bekannte sagte, es verändert sich nicht. Mein Foto aus Januar sagt, oh doch, es verändert sich so sehr, dass man zusehen kann. Und auch der Giebel hängt schon tüchtig nach vorn (zweites Foto).

Ca. 7 Minuten später stürzte aus noch ungeklärter Ursache ein vollkommen saniertes und gewartetes Haus auf der Moltkestraße zusammen. Es kostete 3 Menschen das Leben und beschäftigte zwischen 500 – 1.000 Einsatzkräfte 4 Tage lang 24/7. Ich steckte thematisch schon vorher in einer Synchronizität.
Hier an der Neiße scheint es mir eine Frage der Zeit, wann sich das Unglück wiederholt. Was das bedeuten würde, wissen wir seit einer Woche.
Das Haus im Verlauf der letzten Zeit
Hier im Januar 2026:

Auch die Fotografen haben immer wieder auf die Problematik hingewiesen. Ihre Bilder habe ich mit mahnenden Worten kommentiert. Hier Frank Fichtner im März 2025:

Hier Arkadiusz Kucharski im Juni 2024:

Hier sieht man es am 16. Mai 2021, bereits mit Bäumchen im Dach. Das war bereits der Anfang vom Ende:

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