Blick von Post am Postplatz Görlitz

Blick von der Post Postplatz
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Es gibt Gelegenheiten, die bieten sich gefühlt nur einmal im Leben. So ein Moment war heute. Ich durfte mit auf unsere Post am Postplatz. Natürlich habe ich Fotos mitgebracht und bin überwältigt von diesem herrlichen Anblick.

Der gute Grund

Auf die Post kommt man natürlich normalerweise nicht. Allerdings musste nach dem CSD die Regenbogenfahne wieder vom Fahnenständer geholt werden. Ich habe mich selbstlos angeboten.

Ihr wisst, der Fahnenständer formt mit den beiden Figurengruppen einen unsichtbaren Giebel in Form eines Dreiecks und gehört unbedingt architektonisch zum Gesamterscheinungsbild des Gebäudes. Wenn man es weiß, sieht man es auch.

Hinauf über den Wendelstein

Also ging es rauf, über die Hofseite. In den Türmchen verstecken sich übrigens Wendeltreppen (oder noch schöner gesagt: „Wendelsteine“). Das erkennt man schön an den Fensterchen der Türme, die auf keine Etagenachse passen. So entlarvt man in jeder Burg, jedem Schloss und jedem Gebäude einen Wendelstein.

Und da haben wir die Türmchen von oben. Im Hintergrund lucken schon Frauenkirche, Rathausturm und Peterskirche hervor. Aber eins nach dem anderen!

Blick nach Westen

2017 brachte jemand von der Post Fotos mit und seit dem war es mein Wunsch, es einmal selber sehen zu können. Das hat ja nur 9 Jahre gedauert 😉 Dort oben herrscht Schönheit in Vollendung!
Hier der Blick auf den Postplatz. Der „Pott“ im Bild gehört zum Ensamble neben der Fahnenstange.

Hier ist es nochmal im Ganzen.
Heute baut man Flachdächer (was die Post auch hat) schlicht, gerade und schmucklos. Ich werde es nie verstehen, warum die Menschheit dorthin abgebogen ist und seit knapp 100 Jahren auf Schönheit verzichtet. Industrialisierung allein reicht nicht als Begründung. Mit einem Fließband hätte man Elemente, die es schöner machen, sogar millionenfach fertigen können…

Am meisten habe ich mich gefreut, den Figurengruppen so nah zu sein.
Sie sind riesig. Wirklich überlebensgroß. Und was ich gar nicht wusste: Sie sind auch auf der Rückseite ausgeformt. Das wäre ja prinzipiell gar nicht nötig gewesen. Aber Schönheit besteht eben aus Liebe zum Detail und keinesfalls aus „Huschhusch“ und „Larifari“.

Beide Figurengruppen sind Sonderanfertigungen für das Görlitzer Postgebäude. Beide Figurengruppen erzählen eine Bildergeschichte. Ich verlinke Euch die Erklärungen der Figurengruppen hier und hier.

Die Hand des Mannes mit der Fackel des Fortschrittes und den Blitzen der damals aufkommenden Elektrizität.

Und sie hat natürlich kein Diabolo am Ohr, sondern das damals gerade erfundene Telefon. Pardon: Einen Fernsprechapparat. Übrigens hat sie ein feines Muster am Dekoltee ihres Kleides. Das sieht man von unten gar nicht. Und wie gut, das BHs ihre seltsam spitzen Nähte verloren haben.

Postplatz mit Straßenbahn von oben musste ich auch noch knipsen.
Wo sollte es mehr Cafés geben? Genau, auf der Sonnenseite des Platzes.

Gegenwärtig sind mehr Cafés im Schatten. Das ist im Sommer angenehm, aber langsam wirds halt frisch im Schatten.

Und die andere Figurengruppe…
Hier schiebt der junge Mann, der so sehnsüchtig auf den Liebesbrief seiner Liebsten wartet, den Fuß ins Bild. So stramme Waden bekommt man übrigens nicht von Schreibtischtätigkeiten. Da muss man seinen Körper schon auch täglich benutzen.

Ihr zartes Füßchen rahmt die Ansicht zum Hotel Viktoria mit den Vier Jahreszeiten (Figurengruppe) auf dem Dach.

Und jaja, sie hält ja schon Liebesbrief und Päckchen für ihren Liebsten bereit und das Engelchen mit dem Posthorn ist ja auch schon unterwegs.

Also Geduld mein Bester. Das nächste Päckchen von ihr kommt!!!

Übrigens fallen die Blitzableiter an den Figurengruppen auf. Na die nun wieder hatte Herr Schachmann – hier, ihr wisst schon: Der Schachmann von Königshain – bereits 1766 beim Bau des neuen Schlosses am Start – und brachte sie somit in die Oberlausitz. Das kann man hier nachlesen.

Blick nach Norden

So sieht das übrigens aus, wenn ich glücklich meine Stadt von oben betrachte und Euch Fotos mitbringe. Da gibts auch gleich mal ein Größenverhältnis.

Foto: Wojtek vom CSD Görlitz Zgorzelec e.V.

Der Blick nach Norden geht einerseits zwischen Frauenkirche und Bärenapotheke am Kaufhaus vorbei zum Dicken Turm.

Und nochmal ein bisschen näher:

Der andere Blick geht an der Frauenkirche vorbei in die Straße vor dem CityCenter.

Und auch das hab ich nochmal ein bisschen näher.

Ich weiß, wir trauern kollektiv um das Café Posteck und das Uniontheater/Wilhelmtheater. Dann wäre das einmalige historische Ensamble vollständig.

Blick nach Süden

Wenn man auf der Ecke West/Süd einen langen Hals macht (bzw Kamera-Arm), dann kann man doch tatsächlich die ganze Jakobstraße hoch gucken bis zur St. Jakobus Kathedrale.

Und über die Südkante lässt sich auch nochmals den Postplatz entlang blicken bis zur Sparkasse.

Blick nach Osten

Da gibt es den Blick auf den alten „Kreuz Buben“, inzwischen das „Vitas“. Rechts geht es in die Konsulstraße, links in die Schützenstraße.

Und von der hinteren Ecke des Gebäudes guckt es sich auch auf Rathausturm und Peterskirche mit einem Eckchen Frauenkirche und Kaufhaus.

Da sich hier optisch das Parkhaus vom CityCenter anschließt, nochmal der Hinweis, dass man auch von dort oben einen tollen Blick über die Stadt hat, ganz kostenlos und für Jedermann frei zugänglich. Bilder von dort.

Zum Schluss noch ein paar Türmchenbilder.
Einmal mit der Schützenstraße im Hintergrund.

Und noch ein letztes mit der Synagoge im Hintergrund.

Schön, schöner, Görlitz!

Görlitz von Oben

In dieser Serie erschienen sind bereits folgende Beiträge:
Der Blick vom…
Rathausturm
Dicken Turm
Nikolaiturm
Peterskirche
Reichenbacher Turm
Gelben Wasserturm (pl)
Kreuzkirche
Parkhaus CityCenter
Lutherkirche
Aussichtsturm Berzdorfer See
Von der Landeskrone aus
Weinbergturm


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